Technisches Glossar für 3PL-Logistik und Lagerbetrieb
Standardisierte betriebliche Definitionen für Fachkräfte in Lager, 3PL-Logistik, Transport und Spedition.
3PL-Hub
Zentraler Logistikknotenpunkt, an dem ein Dienstleister Wareneingang, Zwischenpufferung, Cross-Docking und Sendungskonsolidierung für mehrere Mandanten abwickelt. Dient als Schnittstelle zwischen Produktions- oder Importhäfen und der regionalen Nahverkehrsverteilung bzw. dem Fernverkehr.
3PL-Logistik (Third-Party Logistics)
Geschäftsmodell, bei dem Hersteller, Händler oder E-Commerce-Unternehmen Lagerhaltung, Bestandsverwaltung, Kommissionierung und Transport an einen spezialisierten Logistikdienstleister übertragen, das Eigentum an der Ware jedoch behalten.
WMS (Warehouse Management System)
Lagerverwaltungssystem (LVS), das Lagerplätze, Bestandsbuchungen, Wareneingänge gegen Bestellungen oder ASNs steuert und Mitarbeiter bei Einlagerung, Umlagerung, Inventur und Kommissionierung führt.
TMS (Transport Management System)
Software zur Steuerung von Transportprozessen: Routenfindung, automatisierter Tarifvergleich (*Rate Shopping*), elektronische Frachtavise via EDI/API, normgerechter Speditionsetikettendruck und lückenlose Sendungsverfolgung.
ASN (Advanced Shipping Notice / Lieferavis)
Elektronische Vorabmitteilung über eine bevorstehende Warenanlieferung. Enthält genaue Angaben zu Packstücken, Artikelnummern (SKUs), Chargen, Mengen je Karton und Ladungsträgern, sodass Tore vorbereitet und Bestände per Laserscan fehlerfrei vereinnahmt werden können.
LPN (License Plate Number)
Eindeutige Kennung für einen Ladungsträger (Palette, Gitterbox oder Umkarton). Ermöglicht das Bewegen, Einlagern und Erfassen sämtlicher enthaltener Artikel über einen einzigen Scan des Barcodes oder DataMatrix-Codes.
SSCC-18 / NVE (Nummer der Versandeinheit)
18-stellige, international genormte Ziffernfolge nach GS1-Standard. Dient zur weltweit überschneidungsfreien Kennzeichnung jeder logistischen Transporteinheit entlang der gesamten Lieferkette.
Wellen-Kommissionierung (Wave Picking)
Organisationsform der Kommissionierung, bei der Aufträge nach logistischen Merkmalen (Speditions-Cut-Off, Zielregion oder Lagerzone) zusammengefasst und in fest definierten Zeitfenstern parallel freigegeben werden.
Cluster-Picking
Verfahren, bei dem ein Lagermitarbeiter mit einem mehrfach unterteilten Kommissionierwagen mehrere unterschiedliche Aufträge gleichzeitig in einem einzigen Rundgang durch die Lagergassen abarbeitet.
Cross-Docking
Logistikkonzept, bei dem angelieferte Güter direkt vom Wareneingangstor zum Warenausgangstor weitergeleitet werden, ohne zuvor in Lagerregalen eingelagert zu werden.
Verbrauchsabhängige 3PL-Abrechnung (Metered Billing)
Automatisiertes Abrechnungsmodell basierend auf der lückenlosen Messung logistischer Ereignisse und Flächenbelegungen: Palettenstandtage, Pickpositionen, Containerentladungen und Packstücke – in Echtzeit vorkontiert.
DOM (Distributed Order Management)
Intelligenter Routing-Algorithmus, der für jeden Auftrag automatisiert bestimmt, aus welchem Lagerstandort oder Regionallager versendet werden soll, um Laufzeiten, Bestände und Frachtkosten optimal auszubalancieren.